Die Eherne Garde 2: Die Fährte des Einhorns

Blut, dämonische Wesenheiten - und nur ein Funke Hoffnung
Erscheinungsjahr: 2021
ISBN: 978-3-949821-10-3
Verlag: HoPe Productions

3Klappentext:

So harmlos das „Einhorn“ im Titel anmutet, so grausam und blutig ist die Fährte, die es legt …

Denn die Dämonen werden stärker – auch jener in Lormak selbst.

In Calsinthar treffen die Gefährten auf Xurodas, einen Gezeichneten wie Lormak. Diese neue Konstellation stellt die Gruppe auf die Zerreißprobe, denn mehr als nur einmal geraten die beiden aneinander.
Während Lormak in Raserei verfällt, sobald der Dämon von ihm Besitz ergreift, äußert sich dies bei Xurodas durch Spielsucht und Vielweiberei.

Da die Dämonenhorden nicht aufzuhalten sind, setzen die Gefährten ihre Hoffnungen in die Vision der Priesterin Lantyria, eine Vision allerdings, die neue Gefahren heraufbeschwört.

Eine Heldenreise, die klassisch anmutet – und doch ganz anders ist …

Schließen
HLeseprobe:

...

Unzählige Menschen bevölkerten den Platz, unzählige Stimmen sprachen durcheinander, ein Brummen wie das eines angriffslustigen Insekts. Jenseits des Meers aus Köpfen befand sich ein breites Podest, darauf zwei dicke, doppelt mannshohe Holzpfosten, die einen Querbalken stützten. Fünf Stricke hingen daran herab. Gerade schaffte man die Verurteilten über eine von Wachen abgeriegelte Treppe herauf.
Zwei Frauen und drei Männer, einer davon hochgewachsen und breitschultrig, ein Hals wie ein Baumstamm. Dieser war es auch, der sich nach Kräften wehrte, obwohl er an Füßen und Händen gefesselt war. Drei Soldaten waren vonnöten, um ihn die Stufen hinaufzustoßen. Plötzlich wirbelte er herum und verpasste einen von ihnen eine Kopfnuss. Obwohl das Opfer einen Helm trug, stürzte es rückwärts herunter. Das Poltern übertönte sogar das Gelärm der Menschen, die entzückt aufjohlten, da ihnen ein erquickendes Schauspiel geboten wurde.
Verursacht durch den Helm, rann Blut aus einem Schnitt auf der Stirn über das kantige Gesicht des Hünen. Kurzgeschnittenes blondes Haar, funkelnde Augen, deren zwiefachen Sog Lormak bis hierher spürte.
„Xurodas!“, presste er hervor und lenkte sein Pferd auf die Menschenmenge zu.
In diesem Moment tauchte ein Soldat hinter Xurodas auf und drosch ihm einen Holzstab in die Kniekehlen. Er sackte zusammen, und die Wachen zerrten ihn mit hochroten Köpfen die Stufen hinauf.
Einige Schmährufe wurden laut, ehe sich Stille auf den Platz senkte, da ein Mann in Predigerrobe das Podest betrat.
Lormak drückte die Spitze des Dolches fester gegen die Wirbelsäule seines Gefangenen, beugte sich nach vorne und raunte ihm ins Ohr: „Wir reiten zum Galgen. Dort wirst du deinen Mitbruder davon abhalten, die Hinrichtung fortzuführen.“
Der Prediger, der verzweifelt das Kreuz durchdrückte, um der Spitze zu entgehen, erwiderte nichts.
Lormak ließ nicht locker, und der Prediger keuchte leise, weil der Dolch in sein Fleisch drückte. „Hast du verstanden?“
„Damit wirst du nicht durchkommen!“
„Das lass meine Sorge sein.“
Lormak erreichte die hinterste Reihe der Schaulustigen. Die Leute empörten sich, weil das Pferd sie zur Seite drückte, verstummten jedoch, als sie den Prediger sahen, und neigten verlegen ihre Häupter. Avi und Krax folgten dichtauf, ihre Gesichter wie in Stein gegraben vor Anspannung und Angst.
Die Menschen standen so dicht gedrängt, dass es langsamer voranging als erhofft. Die Verurteilten standen bereits neben den Schemeln, über denen die Schlingen auf zerbrechliche Halswirbel warteten, währenddessen der Prediger die Schaulustigen auf die Richtigkeit dieser Hinrichtung einschwor, was ihm tosenden Beifall einbrachte. Erst jetzt erspähte Lormak rechts neben dem Galgenpodest zwei heruntergebrannte, aber noch schwelende Scheiterhaufen, die schwarze Rauchlocken in den Himmel entließen. An den baumdicken Pfählen klebten zusammengeschmorte, schwarzgebrannte Leichname. Lormak reckte den Kopf und erhaschte einen Blick auf einen mit Leichen beladenen Karren, der zwischen Galgen und Scheiterhaufen stand. Da es sowohl Material als auch Zeit sparte, war man von Verbrennen auf Genickbruch übergegangen. Offensichtlich waren die Henker in Verzug.
Erneut brandete Beifall auf: Die Opfer waren auf den Schemeln, und der Henker, ein fleischiger Mann in ärmelloser, nachtschwarzer Weste und einer Gugelhaube auf dem Kopf, legte ihnen die Stricke um den Hals. Wohingegen sich die anderen mit ihrem Schicksal offensichtlich abfanden oder einfach resignierten – sie standen ruhig und mit gesenkten Häuptern auf den Schemeln – stieß Xurodas Flüche aus und spuckte dem Henker ins Gesicht. Das ließ diesen ungerührt, und während die Soldaten Xurodas festhielten, legte er ihm den Strick um.
Plötzlich erstarrte Xurodas und hob den Kopf. Blickte genau in Lormaks Richtung.
Erkennt er mich wieder?, fragte er sich. Eigentlich war das unmöglich, schließlich saß er hinter dem Prediger und war für Xurodas kaum zu sehen.
Natürlich! Es ist Avi. Das Dämonische in ihm spürt ihre Präsenz!
Lormak trieb sein Pferd schneller voran. Es wollte ausbrechen, die Menschen machten es nervös, die vielen Berührungen, doch mit eisernem Schenkeldruck hielt er aus auf Kurs. Die Hälfte des Weges hatte er zurückgelegt.
„Prediger, nun kommt dein Auftritt!“, zischte er.
„Was soll ich denn machen?“
„Schreien, du Idiot! Lass dir was einfallen.“
„Aber …“
Lormak schnitt ihm in den Rücken. Entsetzt schrie der Prediger auf, dann räusperte er sich und rief: „Jaro! Halt ein!“ Er wiederholte es, bis der Prediger auf dem Podest seinen Redeschwall abreißen ließ und zu ihm blickte.
„Wir … ähm … machen einen Fehler! Einen großen Fehler sogar!“
Das Gesicht des ältlichen Predigers knautschte sich verwirrt zusammen wie überstrapaziertes Stiefelleder. Fragend hob er die Arme, und die Augen der Menge schwenkten verdutzt zwischen den beiden Männern hin und her.
Nur noch ein paar Meter bis zum Podest …
Der Henker signalisierte, dass er bereit war, die Schemel wegzutreten.
Lormak leerte seinen Geist, wie er es immer tat kurz vor einem Kampf. Das Wichtigste war – wie immer – das Überraschungsmoment. Doch selbst damit würde es mehr als schwierig, Xurodas rauszukeilen.
Und die Sache anschließend zu überleben.
Dennoch, eine andere Wahl blieb ihm nicht. Xurodas könnte ihm vielleicht helfen, den Traumfragmenten einen Sinn zu verleihen. Dass diese Fanatiker ihm die Suppe verhagelten, durfte er nicht zulassen. Eher würde er jeden dieser scheinheiligen Blender in Stücke hacken.
Eine seltsame Ruhe bemächtigte sich seiner, und in Gedanken spielte er durch, was er tun würde, sobald er nah genug heran war.
Ein Gefühl jedoch blieb, hatte sich eingenistet in seinem Kopf, das hässlich lachende Geschwisterkind seines dämonischen Daseins: Hass.
Kein Tag verging, an dem er nicht an jenen Abend dachte, als er Avi beinahe vergewaltigt hätte.
Avis Flehen, ihr entsetztes Keuchen, als er ihr die Kleidung vom Leib riss.
Tief in ihm, in seinem menschlichen Kern, schlummerte genau dieses Begehren: mit Avi zu schlafen – und der Dämon hatte es ausgenutzt. Niemals würde er Avi mehr anfassen können. Nicht dass es im Moment wichtig wäre, aber allein die Möglichkeit, dass der langsamen Entwicklung, die hinter ihnen lag – von feindseliger Ablehnung über zurückhaltende Akzeptanz hin zu Freundschaft und einem vagen Gefühl auf mehr –, ein womöglich glücklicher, hoffnungsvoller Abschluss folgte, hatte ihm gut getan.
Diese Hoffnung war dahin.
Lormak kannte die Schwäche, den kleinen Spalt, in den der Dämon gestoßen war: Eifersucht.
Der Kuss zwischen Halron und Avi hatte dem Dämon die Waffen zum Angriff geliefert. So etwas durfte er nicht mehr zulassen. Halron war ein guter Mann. Sie hatte jemanden verdient, der es ehrlich mit ihr meinte, der nicht Gefahr lief, eine Geißel innerer Dunkelheit zu werden.
Ein Schrei riss Lormak aus den Gedanken.
„Ein Dolch! Der hat einen Dolch!“
Verwirrt schaute er nach links.
Mit hektischen Bewegungen deutete ein junger Mann auf ihn.
Du Narr! Lässt deinem Geist in dieser Situation die Zügel schießen!
Lormak gab seinem Pferd die Sporen. Es stieg, schreiend sprangen die Leute zur Seite und rissen andere mit sich. Durch die entstandene Bresche trieb er sein Pferd voran, bis er den Ring aus Soldaten erreichte. Ohne innezuhalten preschte er hindurch.
Der Prediger schrie auf, fuchtelte mit den Armen, versperrte Lormak dadurch die Sicht. Kurzerhand zog er dem Trottel den Knauf seines Dolchs über den Schädel und warf ihn aus dem Sattel.
Lautes Geschrei brandete auf.
Lormak lenkte sein Ross zur Treppe.
Bevor die beiden Wachen, die sie blockierten, ihre Speere nach oben reißen konnten, löste Lormak die Füße aus den Steigbügeln und trat ihnen gegen die Köpfe. Lautlos kippten sie nach links und rechts weg.
„Heja!“, rief Lormak, riss sein Schwert aus der Scheide und klatschte die flache Seite auf die Flanke seines Pferdes. Wiehernd machte es einen Satz. Die Hufe krachten auf die Stufen, demolierten sie, doch zum Glück fand es genug Tritt, um sich auf das Podest zu katapultieren.
Sofort sprang er aus dem Sattel.
Zwei der Soldaten, die Xurodas festhielten, zückten ihre Schwerter und eilten auf Lormak zu.
Er musste sie schnell erledigen, weitere Wachen stürmten bereits die lädierte Treppe hinauf. Im Nu wäre er eingekeilt, und dann könnte er sowohl Xurodas´ Befreiung als auch sein eigenes Überleben vergessen!
Entschlossen stellte er sich den Soldaten. Nur sie waren zwischen ihm und Xurodas. In diesem Moment gab Jaro, der alte Prediger, dem Henker ein Zeichen. Dieser nickte – und trat den ersten Schemel weg. Eine der Frauen sackte nach unten. Es knackte vernehmbar. Ihre Füßen zappelten, dann hing sie still, schwenkte nur leicht vor und zurück.
Plötzlich sengte sich das Bild von Avi in Lormaks Geist. Sie lag unter ihm, schreiend, weinend, schlug auf ihn ein und schluchzte: „Das bist nicht du …“
Er fasste sich an den Kopf, taumelte zurück. Dem ersten Schwerhieb entging er mit knapper Not, der zweite erwischte ihn an der Schulter.
Er versuchte sich zu konzentrieren. Avi war zu stark.
„Das bist nicht du …“
„Doch!“, schrie er, „ich bin es! Hör auf, das Gute in mir zu sehen. Die Dunkelheit ist stärker als mein Licht! Und ich brauche sie jetzt, hörst du?“ Leiser sagte er: „Ich brauche den Rhythmus der dunklen Schwingen. Er muss mein Schwert führen …“
Bereitwillig stieg die Bestie aus den Niederungen seiner Seele. Ein Brüllen und Toben füllte seine Ohren; sein Blick schärfte sich; seine Muskeln lechzten nach vernichtenden Schwertschwüngen.
Der Lärm zornigen Stahls umfing ihn. Ein berauschendes, willkommenes Lied. Er schwamm darin, suhlte sich darin, saugte es in sich auf. Die Klinge lag schwer in seiner Hand; Kraft floss aus dem kalten Eisen in sein Fleisch, von seinem heißen Fleisch in das kalte Eisen, erstarkte, schwoll an und wuchs in Wellen mit dem Takt seines ein- und ausströmenden Atems.
Jemand kreischte.
Einer der Soldaten.
Seine bleichen Hände umklammerten ein halb abgetrenntes Bein. Blut spülte auf die dunklen Holzplanken, die Essenz des Hasses und der Wut. Dann das nächste Blutopfer, nach dem es den Stahl dürstete: Eine Parade, ein rascher, mörderischer Schwung. Eine Hand samt Unterarm wirbelte durch die Luft. Geweitete Augen, ein offener Mund, in der die Spitze seines Schwertes versank und weiteres Blut herausschöpfte, ein Schwall nach dem anderen. Es spritzte auf den Stahl auf, seinen Handschuh, benetzte seinen Unterarm, warm und wohltuend.
Der Soldat brach zusammen, gab den Blick frei auf das, was hinter ihm geschah. Der Henker trat Xurodas´ Schemel fort. Sein schwerer Körper sackte nach unten. Das Bild durchstieß den Wutnebel in Lormaks Kopf.
„Nein …“, hauchte er in Erwartung des trockenen Knackens von Nackenwirbeln.
Xurodas´ Körper kam zum Stillstand.
Kein Krachen.
Xurodas strampelte wild mit den Beinen, seine Zunge ragte verzweifelt aus dem offenen Mund.
Der Henker befreite eine geschwungene, im Sonnenlicht aufleuchtende Klinge aus seinem Gürtel.
Lormak stürmte los.
Zu spät. Er würde es nicht schaffen.
Niemals, aber auch wirklich niemals, wirft ein Krieger seine Klinge, summte es durch seinen Kopf, ein Satz irgendwo aus den Tiefen … seiner Erinnerung?
Trotzdem tat er es.
Wie an der Schnur gezogen pfiff das schwere Schwert durch die Luft – und versank im Oberkörper des Henkers. Er taumelte ein paar Schritte zurück. Sein Kopf senkte sich, er blickte auf den Stahl in seiner Brust, zu Lormak. Aus dem Loch der Gugelhaube, wo der Mund lag, perlte Blut über den Stoff. Ein leises Stöhnen, und er fiel nach hinten. Lormak sprintete zu ihm, riss die Klinge heraus und schlug aus der Drehung Xurodas´ Strick durch.
Dieser krachte schwer auf den Boden, dass das Podest wackelte, weitete mit hektisch schrappenden Fingern das Seil und sog röchelnd Luft in die Lungen.
„Auf die Beine mit dir!“, zischte Lormak und wappnete sich für den Angriff der heranstürmenden Wachen. Ein Dutzend waren es. Zu viele.
Plötzlich stolperte der erste. Ein Pfeil ragte aus seinem Oberschenkel. Er stürzte schwer. Der nachfolgende Soldat geriet ins Straucheln.
Lormak sprang nach vorne, schickte ein dankbares Nicken in Avis Richtung, die schon den nächsten Pfeil auflegte, unbehelligt von den Menschen, die ein gutes Stück vom Galgen zurückgewichen waren.
Dem Gestürzten trat Lormak ins Gesicht, dem anderen, der sich gerade aufraffte, durchtrennte er die Kehle. Gurgelnd fiel der Mann auf den Rücken. Vergeblich versuchten seine Hände, das herausschießende Blut aufzuhalten. Das war es, was er hören wollte: die Laute weichenden Lebens, das war es, was er sehen wollte, Ströme von Blut, Flüsse von Blut, welche das Leben davontrugen in die ewige Schwärze.
Ein Pfeil versank in der Armbeuge eines Soldaten, der gerade mit dem Schwert ausholte. Ein gellender Schrei, und er ging auf die Knie. Lormak trat ihm gegen die Brust und rammte einen anderen mit der Schulter. Immer weiter pflügte er vorwärts, mähte alles nieder, was sich ihm in den Weg stellte, Schnitt für Schnitt, Stoß für Stoß, und die Ernte, sie war reichlich. Das Gemälde seines Schaffens strahlte in tiefem Rot. Er war zufrieden, für heute. Ein Kunstwerk des Todes, ein Teppich aus durchschnittenen Lebensfäden. Die restlichen Soldaten flohen.
Alles in ihm brüllte auf, ihnen nachzusetzen und einen nach dem anderen zu erschlagen.
Er war zufrieden, für heute …So blieb er stehen, sah auf die Klinge, auf der Blutfäden ein mehrfach durchkreuztes, wunderbares Muster schufen, und kehrte zurück zu Xurodas, der auf dem Boden hockte und sich den Hals rieb, auf dem der Abdruck des Seils in blutigen Striemen prangte. Er hustete heiser, stand auf und ergriff eines der fallengelassenen Schwerter. Prüfend wog er es in der Hand, nickte und sah Lormak an. „Du also.“
„Gut, du erinnerst dich. Daran kannst du dich gewöhnen.“
Xurodas´ Stirn legte sich in Falten. Lormak ging nicht weiter darauf ein.
„Wer ist diese Frau?“ Xurodas deutete auf Avi.
„Später. Komm jetzt.“
Nachdem er auf den Leichnam des Henkers gespuckt hatte, sprang Xurodas vom Podest. Lormak tat es ihm gleich.
Der ältliche Prediger kniete neben seinem besinnungslosen Bruder, dem Lormak den Scheitel nachgezogen hatte.
„Niros? So wach auf! Wir müssen hier verschwinden.“
„Zu spät“, knurrte Xurodas und verpasste ihm einen Tritt in die Rippen. Es knackte. Japsend fiel der Alte auf den Rücken. Seine Augen weiteten sich, als Xurodas sich über ihm aufpflanzte und das Schwert hob. Bedrohlich hing die Spitze über der schmalen Brust.
„Bitte nicht!“
„Deinem Henkersknecht gabst du den Befehl, die Gefangenen zu töten. Nun gebe ich meiner Hand den Befehl, dich zu töten.“ Xurodas riss das Schwert nach oben.
Flehend streckte der Alte den Arm. „Wartet!“
„Auf was denn, du faltiger Sack?“ Xurodas presste die Kiefer zusammen, die Muskeln auf den Wangen traten hervor.
„Ihr lebt“, haspelte der Priester. „Seid froh darüber und lasst mir ebenso mein Leben.“
Xurodas zögerte.
„Nun mach endlich!“, knurrte Lormak: Das Gemälde war fertig. Aber was schadete es, den ersten Pinselstrich für ein neues zu ziehen?
„Nein! Ich …“, hub der Alte an.
Der Rest des Satzes ging in einem spitzen Schrei unter, knirschend drang der Stahl in seine Brust. Er schnappte nach Luft wie ein Fisch, einmal, zweimal, bevor die Augen brachen und der Körper erschlaffte.
Abermals schickte Xurodas einen Schleimpfriem auf die Reise. Er klatschte in das Gesicht des Toten.

ENDE DER LESEPROBE

Schließen
JRezensionen:

Amazon:

  • Der zweite Band der Trilogie hält, was der erste Band versprochen hat. Die beiden Handlungsstränge werden weiterverfolgt und vor allem die Rückblende in den "Elfenhandlungsstrang" sorgt dabei für Spannung beim Leser. Der Autor spielt hier gekonnt mit den Sympathien des Lesers, denn zunächst wird die Hauptfigur durch ihren Egoismus und Arroganz einem immer unsympathischer. Am Ende allerdings... mehr soll nicht verraten werden. Auch die eigentliche Haupthandlung mit dem Ringen Lormaks um seine Seele und die Rettungsmission für Avi ist spannend und überzeugt durch stimmige und vielschichtige Charaktere. (5/5 Sterne)
Schließen

Weitere Bücher dieser Serie